Ein Weblog [ˈwɛblɒg] (Wortkreuzung aus engl. World Wide Web und Log für Logbuch), meist abgekürzt als Blog [blɒg], ist ein auf einer Webseite geführtes und damit öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal. Ein Blog ist ein für den Herausgeber („Blogger“) und seine Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. (Wikipedia)



Ein Jahrgang geht

Ach, es ist seltsam seine Schüler aus dem Kurs zu entlassen und ich frage mich wie das als Lehrer ist, wenn man wirklich intensiv mit Leuten zusammenarbeitet, die man dann gehen lassen muss. Wahrscheinlich ist es albern, aber mir wird immer ganz schwer um’s Herz, wenn ich meine Leute ziehen lasse, in die böse Arbeitswelt. Ich frage mich, ob S. es schafft eine Ausbildung bei der Polizei zu machen und ob M. und K. eine weiterführende Schule besuchen werden. Ich frage mich ob D. und E., die Oberspezialisten in Sachen Rechtschreibung sich beim Quali soweit im Griff hatten und gute Noten geschrieben haben.

Auch in diesem Schuljahr hab ich wieder einmal festgestellt, wie viele Vorurteile man selbst hat und wie tiefgründig dann doch die einzelnen Geschichten sind. Schaut man sich die Fotos unten an, so schmunzelt man, wegen den Vokuhilas und dem ach-so-coolen Getue. Aber wer würde in erster Linie denken, dass T. in seiner Heimat eigentlich schon eine technische Ausbildung absolviert hat, M. das Gymnasium besuchte, T. auf ein Internat in der Türkei ging und K. Sehnsucht nach Polen hat? Dass G. und M. das deutsche Schulwesen toll finden, weil es in ihrer Heimat durchaus noch was auf die Finger gibt, mit einem schönen Holzstock, wenn die Hausaufgaben nicht erledigt wurden. Oder D. den besten Deutschquali bei uns schrieb, obwohl sie erst fünf Jahre in Deutschland ist.

Wie oft bin ich zu voreilig in meiner Meinung und drücke vorschnell den Stempel auf? Ich erinnere mich noch gut an meine erste Unterrichtsstunde in der Kulturbrücke. Ich hab mich Tage zuvor verrückt gemacht, hab mir Sorgen gemacht, ob ich Rütli-mäßig aus dem Klassenzimmer vertrieben werden würde, von einer Horde aufgebrachter Schüler. Wenn die Arbeit mit den Hauptschülern - den “Assis”, den “zukünftigen Hartz-4-Empfängern”, den “Dummen”, den “Ausländern” - mich etwas gelernt hat, dann dass man den zweiten Blick wagen und zuhören sollte.



Sex and the City

Neben diversen Fußballaktivitäten, die im Moment so angesagt sind, war ich diese Woche auch im Sex and the City Film. Alles, was mir dazu einfällt, bringen die Simpsons mal wieder bestens auf den Punkt (leider nur Ton und kein Video, trotzdem Danke an Last Exit to Springfield Sounds, wo ihr auch nochmal den Stream unter “Nookie in New York TV Show” nachlesen könnt).

Aber mal Spaß beiseite: Abgesehen von unglaublich penetrantem Product Placement, fand ich den Film eigentlich ganz nett und ich muss gestehen, dass auch wieder das SATC-Fieber bei mir ausgebrochen ist. Tja, bin halt auch nur ein Mädchen.



Septemberpläne

Habe beschlossen Ende September mit meiner Mama für 10 Tage nach Sardinien zu fliegen. Das Wetter ist dort noch schön und auch wenn Sonnenbaden und im Meer schwimmen wohl kaum drin sind, so tun es schließlich auch ein paar Strandspaziergänge, bei meiner Oma im Garten rumzuhocken oder der ein oder andere Ausflug. Meine MA werde ich bis dahin sowieso abgegeben haben und lernen oder die Ruhe vor dem vorerst letztem Sturm kann ich genauso gut auf Sardinien genießen.

Das ganze hat sich deshalb ergeben, weil im Oktober Wahlen in Italien sind. Und da die Italiener aus mir nicht ganz nachvollziehbaren Gründen im Ausland lebende Italiener mit 360€ Cash auf die Kralle belohnen, wenn sie vor Ort zur Urne gehen, muss das ausgenutzt werden! Wahrscheinlich nehme ich sogar noch Geld mit nach Hause; der Flug zu dieser Jahreszeit kostet um die 100€ hin und zurück, das Bahnticket nochmal um die 40€. Gutes Geschäft ;)


Der Ball ist rund

Auch wenn die ewig weinerlich-nachtragenden Deutschlandfans nicht müde werden über die bösen, unfairen Italiener zu wettern, die bei der letzten WM 2:0 - also VÖLLIG unverdient, gewonnen haben möchte ich mich und meinen Blog zum Abschuss freistellen, wenn ich mich als absoluter Italien-Fan oute. Insgesamt interessiert mich Fußball zwar nicht die Bohne, aber die EM und WM sind einfach Ausnahmezustand. Gestern hab ich mit ML das Deutschlandspiel angeschaut, wo also auch wieder ganz viele weinerlich-pissige Deutschlandfans waren, weil die Kroaten einen Tick besser waren. Immer schön sind die Typen, die meinen den Kommentator ersetzen zu müssen mit erheiternden Ausrufen wie “JETZT aber, los eeeeetz!”, “ich brech gleich, jetzt renn doch, verdammte Axt!” “der simuliert, der scheiß Kroate”, undsoweiterundsoweiter, unermüdlichblablabla. Heute Abend geht’s zu meinem Onkel, wo die übliche Mafia-Italoconnection ihre total uuuuunfaire Mannschaft anfeuert grillt und sich das Spiel anschaut. Und das muss besser werden, als das letzte! Außerdem bin ich sehr gespannt, für wen der Herr an meiner Seite heute ist, der sich beim letzten Mal so für Holland gefreut hat…

Übrigens hat das EM-Fieber sogar unser Institut gepackt und es wurde eine Tippgemeinschaft gegründet :freu: Immerhin sind mittlerweile über 100€ im Gewinntopf, der dann am Sommerfest auf drei Leute aufgeteilt wird. Bisher kann ich nur sagen, dass unsere beiden Profs den vorletzten bzw. vorvorletzten Rang belegen und ich mit meinem 7. Platz (von 21) ganz zufrieden bin. Aber da kann ja noch viel passieren!


Nicht viel

Es plätschert mal wieder alles so vor sich hin. Ich fühl mich nicht wirklich gestresst, allerdings hab ich schon ne Menge zu tun, wie zum Beispiel zwei Referate weiter vorbereiten, meinen Roman für Italienisch fertig lesen und den dritten von vorerst neun für den ersten Themenblock beginnen, das nächste Interview auswerten oder einfach nur mein Bad putzen. Meine ewig leidige MA, an der ich mittlerweile gefühlte 10 Jahre schreibe, hab ich mittlerweile auf Seite 80 gebracht, wobei ich noch nicht ganz weiß, ob mich das freuen soll, da ich schließlich noch zwei Interviews vor mir habe, und ein Resümee, sowie ein Ausblick durchaus auch sinnvoll wären. Meine letzten beiden Interviews haben allein 17 bzw. 20 Seiten eingenommen und wenn man hochrechnet, dass 100 Seiten absolutes Maximum sind, werde ich wohl den August mit der traurigen Kürzung meiner mühevoll gefüllten Seiten vertun.

Morgen früh darf ich morgens um 9 in der Uni sein, um Mädchen für alles bei einer Tagung des Instituts zu spielen. Schon scheiße, wenn man von fünf HiWis der einzige mit Anstand ist, der nicht noch schnell irgendeine billige Entschuldigung parat hat, um nicht bis 18 Uhr mit Präsenz zu dienen… Nun gut, ich hoffe jetzt einfach mal auf nette Vorträge und schreib mir bei der nächsten Bewerbung eine Fortbildung mehr in den Lebenslauf. Was soll ich mich ärgern, man muss halt das Beste draus machen!