Mit dem Wissen wächst der Zweifel. (Goethe)

![]() Ein Weblog [ˈwɛblɒg] (Wortkreuzung aus engl. World Wide Web und Log für Logbuch), meist abgekürzt als Blog [blɒg], ist ein auf einer Webseite geführtes und damit öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal. Ein Blog ist ein für den Herausgeber („Blogger“) und seine Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. (Wikipedia) |
Naaaaa, ganz bestimmt net! (Und ich habe das aus zuverlässlicher Quelle)
Trotzdem fände ich das wirklich toll, wenn morgen Heilig Abend wäre. Die Vorweihnachtszeit ist immer furchtbar stressig und gerade dieses Jahr glaube ich nicht an große Besinnlichkeit im Advent. Aber dann, die Feiertage über, da lässt man einfach mal alles liegen: Geht offline, legt die Bücher beiseite, keine nervigen Telefonate. Dafür essen wir Raclette und brunchen am 1. Weihnachtsfeiertag. Wir sind mal wieder nur zu viert in der Familie, unter uns, und spielen Ligretto oder Rommee. Ich schlafe bei meiner Schwester im Bett und wir quatschen bis uns die Augen zufallen. Der Kater ist natürlich auch dabei und weckt uns dann später in der Nacht, weil er meint, er muss gekrault werden. Ansonsten sind die Tage wunderbar unspektakulär und es wird gefuttert und auf dem Sofa rumgehangen und Klavier gespielt und beim Ligretto geschummelt. Und das wäre jetzt wunderbar.
Aber es ist November, es wird jeden Tag dunkler während Tag X näher rückt. Ich habe beschlossen mich in die ungemütliche Pädagogik-Bib einzuquartieren, um zu lernen. Da bin ich zumindest auch offline, damit ich keinen Scheiß mach und mich nicht alle zwei Minuten ablenke und hab die Literatur vor Ort. Anstelle von Raclette esse ich Leberwurstbrot und das höchste der Gefühle wäre eine Partie Solitaire. Trotz allem klappt das in-der-Bib-Gelerne ganz gut. Ich habe mir am heutigen Nachmittag ein Exposé aus dem Arsch gezogen und ja, morgen ist dann auch schon das nächste dran. Eigentlich bin ich guter Dinge.

Das fand ich heute einfach supernett: Mein Patenonkel, von Beruf Bäcker, hat mir heute Morgen eine Tüte voll frischer Backwaren an die Tür gehängt: Brötchen, Käsestangen, Plundergebäck und ein Laib Brot. Da ich mich heute, da wir keine Aufbackbrötchen mehr zu Hause hatten, schon auf zum-Bäcker-latschen eingestellt hatte, war ich umso freudiger überrascht. Es sind halt doch die kleinen Dinge, die gute Laune machen
Ansonsten komme ich, wie euch nur schwer entgangen sein dürfte, nur wenig zum bloggen. Auch wenn es prinzipiell schon etwas zu erzählen gäbe (irgendwas zwischen Feierei, Fieberthermometer und Forendinner), dreht sich mein Alltag hauptsächlich um meine Prüfungen, die bald anstehen. Aber ich kann euch ja auch nicht die ganze Zeit mit meinem Prüfungsgejammer zuschwallen. Das mach ich schon zu genüge, wenn mir jemand über den Weg läuft. Und da ich im Moment ein komisches Gefühlschaos zwischen Hoch’s (alles halb so schlimm und ein Job wird sich schon auch finden) und Tief’s (es gibt noch sooo viel zu tun und von den drei ollen Bewerbungen, die ich geschrieben habe, kam auch noch keine Antwort) durchwandere, das sicher auch alles andere als unterhaltsam ist, erspar ich euch einfach das Drama (oder eben Nicht-Drama). In diesem Sinne geh ich mal zurück an meine Bücher…

In sieben Wochen beginnen meine schriftlichen Prüfungen. Nachdem ich mir dieses relativ kurze Zeitspanne gestern nochmal in aller Deutlichkeit vor Augen geführt hab, schleicht sich ein ganz mieses Gefühl ein und das Bedürfnis alle anfallenden Termine auf Eis zu legen. Ich beiße mir in den Arsch, dass ich mir so viele Arbeitsstunden aufgehalst habe, obwohl ich eigentlich weiß, dass ich einen “Ausgleich” brauche und nicht den ganzen Tag daheim rumhocken kann. Ich bin dann weder produktiver noch besser gelaunt.
Heute Nacht kam auf jeden Fall die Panik. Ich lag im Bett, gegen Mitternacht, und hab kein Auge zubekommen. Terminfristen schossen mir durch den Kopf, was noch zu tun ist, was erledigt werden muss. Also raus aus den Federn, ran an den PC. Zumindest kann ich sagen, dass ich mein erstes Thema gestern “abgeschlossen” habe (sofern man in der Geisteswissenschaft überhaupt irgendein Thema auch nur ansatzweise “abschließen” kann und diese Tatsache macht mich langsam verrückt!). Aber ich habe sieben Seiten am Computer zusammengetragen und diese eben gestern Nacht noch fertiggestellt. Das Ganze ist wie eine kleine Hausarbeit aufgebaut und ich hoffe, dass das Prüfungsthema so allgemein gehalten ist, dass ich es dann in der Klausur mehr oder minder so runterrattern kann (was sagen die Leser, deren Name bereits ein Titel ziert?!).
Der eigentliche Kack ist, dass ich zumindest bei den Soziologen nicht festlegen kann, welches Thema ich schriftlich bearbeite. Dementsprechend wird von mir verlangt, dass ich für alle vier Themen Exposés vorlege und auch wenn ich schlau nach dem Ausschlussprinzip lerne, muss ich eben auch in den anderen Gebieten so fit sein, dass es für die scheiß Essays reicht. Ich hoffe, die Pädagogen sind gnädiger zu mir. Ich sollte mal wieder zu meinem Prof die Sprechstunde. Romanistik wird momentan verdrängt. Und ich frage mich, wo das blöde rosa Formular vom Prüfngsamt bleibt? Ich habe mich angemeldet und noch ein paar Sachen per Post nachgereicht und nun hör ich nichts mehr von denen. Mein Gott, bin ich froh, wenn der ganze Schwachsinn vorbei ist!

Kleine Dinge, große Wirkung, zum Beispiel…
… das neue Lied von den Kaiser Chiefs.
… Pfefferminztee mit Zitrone.
… die Erkentniss, dass Familiensoziologie echt Spaß macht.
… alte Schuhe ausgraben, die wie neu aussehen.
… meine Wärmflasche
… Semesterbeginn.
… die schönsten Latte-Macchiato-Gläser der Welt tatsächlich geschenkt bekommen (Danke an Jürgen!) und diesen dann auch exzessiv konsumieren.
… den letzten Donnerstag überlebt haben und “I can’t get no satisfaction” summen.
… die neue Kaffeemaschine meines Profs.
… beschließen, sich die Haare wachsen zu lassen.
… Sonne.
… über die Erstis schmunzeln.
… in Besitz der Palmeria-Kantinen-Karte zu sein.
… neue tolle Perspektiven in Mainz, die jedoch vorerst verschoben werden mussten.
… beim Pubquiz gewinnen.
… Post aus Prag.
Und was bringt euch momentan gut durch den Tag?
