Im Spanischen gibt es den Ausdruck “rico” – also zu deutsch “reich”. Reich können im Spanischen nicht nur Menschen, gutes Essen oder Landschaften sein, sondern auch gute, volle, erlebnisreiche Tage; wie die letzten, die ich hatte. Doch, sie waren reich.
Ein Wochenende in Berlin und zwei Tage Jena; ziemlich unchronologisch: Mitfahrgelegenheit mit interessanten, schrägen, befremdlichen Leuten (wie Ferdinand aus Kamerun, 16jährigen Bildungsaktivistinnen, lesbischen Mädels), Walpurgisnacht im Mauerpark und eine Reichstag-Exklusivführung vom dort arbeitenden M. Der 1. Mai in Kreuzberg und dann 02oder04 live auf wahrscheinlich Berlins kleinster Bühne. Döner mit M, Pizza mit A, Telefonate in die Heimat. Lecker Wein in Jena. Und lecker Frühstück. Berge besteigen, Stufen nicht zählen, Aussicht genießen, Glück mit dem Wetter haben und auf meinem Weg nach Hause mal wieder lange im Zug durch die verregnete Landschaft fahren.
Wieder zu Hause der übliche Wahnsinn: Scheiß Laune, Misanthropie in öffentlichen Verkehrmitteln. Gute Laune, viel zu Quatschen. Müde und zu wenig Schlaf. Ein bisschen kein Bock, ein bisschen zu viel Regen für Mai. Yann Tiersen live in Nürnberg. Ich begrüße den kleinen Jakob im Leben und freue mich über glückliche, entspannte, frisch gebackene Eltern in meinem Freundeskreis.
Jetzt endlich Freitag. Zwei Heimkehrer sind das Wochenende wieder in Franken und werden mir einen Besuch abstatten (oder umgekehrt). Heute Abend werde ich mir ein Date mit Woody Allen gönnen (Scoop oder den Stadtneurotiker… hmmm); im frisch bezogenen Bett. Und deshalb: Off. Sonst komm ich zu spät!

Jenas stufigen Wege zu den besten Aussichtspunkten sind wahrlich mörderisch :)