Archive for the 'dies&das' Category

Scheisstag!

Es gibt Tage, an denen irgendwie nicht so wirklich rollt, die regelrecht zu stocken scheinen, weil einem ständig Steine in den Weg gelegt werden. Beispielsweise weil jeder blöde Zug, den ich heute erwischen wollte, heute ausgefallen ist, weil gestreikt wird. Nur bis 11 Uhr, so offiziell, aber nachmittags um 4 stand ich dann auch eine Dreiviertelstunde doof rum. Auch wenn der Zug laut Homepage regulär gefahren wäre und man deshalb zum Bahnhof gejoggt ist.

Toll ist auch, wenn man sich morgens dann dementsprechend abhetzt um ins Seminar zu kommen, es aber erst nächste Woche los geht. Schön, dass dies anhand eines Zettels an der Raumtür und nicht im Vorlesungsverzeichnis angegeben wurde. Und wieder einmal stockt der Tag und ich häng 3(!) Stunden mehr oder minder sinnlos rum.

Ein weiteres Schmankerl war heute meine geschäftstüchtige Zahnärztin, die aber zumindest kein Loch gefunden hat. Aber ich hab Ablagerungen, noch vom Rauchen und freilich auch vom Kaffee, die weg sollten. Für 130€. Naja, und im Januar dann die Zahnreinigung für ein klein bisschen weniger. Schon klar.

Nett, ja geradezu die Kirsche auf meinem Sahneberg, war heute aber die blöde Mutti, die ihren tollen Sohn in meinen Deutschkurs geschickt hat. Da ich weiß, dass es zu den Kursen immer viele Fragen gibt hab ich zusätzlich zur Anmeldung an alle ein Infoblatt ausgeteilt. Das wird aber konsequent von besagter Person ignoriert, damit ich mich mit Madame treffen kann, ihr alles noch mal haarklein persönlich erkläre. Natürlich ist ihr alles zu teuer und auch sonst hat sie eine ganze Menge auszusetzen gehabt nachdem ich ihren Sohn nach Fristende in meinen Unterricht aufgenommen habe (”Ach, kein Einzelunterricht… hmmm.”, “Bis zu 15 Kinder? Kommen Sie mit denen überhaupt klar?”, “Was, beide Kurse kosten so viel?”, “Mein Sohn kann an dem Termin aber nicht! Das wäre aber schon wichtig, dass er da kommen kann”, …). Dann durfte ich noch feststellen, dass die Alte das Infoblatt wohl zum Arschabwischen benutzt hat. Erst dachte ich nämlich, dass jemand, der so viele unsinnige Fragen stellt meine Anmeldung gar nicht gelesen haben kann, aber es lag wohl einfach nur daheim und wurde konsequent nicht beachtet (”Ach, das Blatt hab ich schon daheim, das brauchen Sie mir nicht mitgeben!”). Naja, auf jeden Fall stand auf diesem glorreichen Fetzen Papier, dass bis zum Halbjahr 10 Stunden gehalten werden. Einige Termine muss ich ausfallen lassen, weil entweder ich oder ein Teil der Schüler selbst nicht kommen kann. Auch dazu hab ich ein weiteres Blatt ausgeteilt. Mit allen Terminen. Ja, genau, 10 an der Zahl. Naaaa, der ruft wohl heute angesäuert an, warum der Deutschkurs morgen nicht stattfindet??? Ich wurde dann ein bisschen ruppig und habe der Dame erklärt, dass das nun einmal die Konditionen meines Kurses sind, die ich den Schülern auf Infoblättern (damit’s auch alle checken und Muttern auch Bescheid weiß - so die Theorie) mehrmals mitgeteilt habe. Wenn ich ein Auto kaufe schau ich mir doch auch an was ich bestelle zu welchem Preis und wundere mich dann nicht, warum ich keine Klimaanlage habe, oder? Naja, die gute Frau denkt sich wahrscheinlich, dass ich ein böser geldgeiler Mensch bin, der, nachdem ich die Kursgebühr eingestrichen habe, nun keinen Unterricht gebe. Aber jaja, ich weiß schon, mea maxima culpa.

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Heute fängt die Schule an!

Naja, nicht wirklich, aber zumindest beginnen meine Qualikurse für das kommende Halbjahr. Heute geht’s mit Mathe los. Wer mal gucken will ob er den Anforderungen der 9. Klasse gewachsen ist kann gerne mal meinen pädagogisch wertvollen Mathe-Grundwissentest machen ;) Ich freue mich wirklich, dass es eine so große Resonanz gibt, da die Kurse ja nicht mehr aus den sozialen Geldtöpfen finanziert werden können (man könnte ja mal zur Abwechslung das Geld dort investieren, wo es sinnvoll wäre und immerzu fehlt, nämlich in die Bildung). Im Klartext bedeutet das aber, dass die Eltern dafür aufkommen “müssen” (was sich natürlich nicht alle so einfach leisten können), wollen sie ihren Kindern eine Unterstützung für die Vorbereitung auf den Abschluss geben.

Der Schule gelingt diese Aufgabe anscheinend nicht besonders gut, es war keine Seltenheit, dass ich kurz vor dem Quali mit Schülern rede, die einzig und allein in den Vorbereitungskursen – egal ob nun in der Kulturbrücke oder in den Ferienkursen über die Stadt – mal eine Qualiaufgabe geübt haben. Ich hatte Schüler, die mir erzählt haben, dass sie in den gerade mal fünf Wochen Intensivkurs in den Schulferien mehr gelernt und aufgeholt hätten als in der regulären Schule. Dass da irgendwas falsch läuft liegt auf der Hand. Und wenn ich dann diese gelangweilten Lehramtsstudenten in den Seminaren sehe, die sich über den einen Sitzsschein Pädagogik beschweren, die Lehrer werden wollen, weil sie in Englisch oder Deutsch oder was weiß ich so gut in der Schule waren aber eben mit einem Magister in Anglistik nichts anzufangen wissen, die ernsthaft behaupten, dass die ganze Pädagogik und Psychologie ihnen am Arsch vorbei geht, dann kriegt ich einfach nur das kotzen. Ich will nicht verallgemeinern, aber bis jetzt war die Mehrheit der Lehrämtler, die ich bis jetzt getroffen habe von diesem Typus, der “jetzt schon Horror vor den Kindern hat” (nein, das ist nicht erfunden und das Mädel war damals im 1. Semester!) und sich scheinbar nur auf die sechs Wochen Sommerferien freut. Ich finde das echt traurig, weil das genau die Lehrer werden, wie ich so viele davon hatte. Die keinen Bock auf gar nichts mehr hatten und nur noch ihren Scheiß das 1000ste Mal vorgekaut haben. Ich kann doch kein Lehrer werden wollen, weil ich Mathe so toll finde! Ist doch klar, dass mich das frustrieren wird, weil ich mich im Studium durch die abstrakteste Mathematik gewurschtelt hab und dann das höchste der Gefühle sein wird großteils gelangweilten 17jährigen ein bisschen Würfel-und-Urnen-Stochastik beizubringen. Ist klar, dass viele überfordert sein werden, weil sie keinen Plan von Didaktik haben und total überfordert sind, wenn mal ein Kind ankommt, das Bulimie hat, sich ritzt oder einfach nur aus dem Ausland kommt und sein Kopftuch aufbehalten möchte. Darauf wird kaum ein (Gymnasial-)Lehrer anständig vorbereitet und dass der Frust dann – vor allem noch bei so einer Einstellung zu Jugendlichen und zum Unterrichten – vorprogrammiert ist, wundert mich kaum. Letztendlich sind die Leidtragenden aber die Schüler und wenn ich mir in den Qualikursen, um wieder zum Thema zu kommen, anschaue wie viele Leute mit so viel Potential auf der Hauptschule vor sich hin gammeln und nicht gefördert werden und auf der anderen Seite Schüler nicht mal anständig lesen und schreiben können, dann hoffe ich wirklich, dass sich auf bildungspolitischer Ebene endlich mal was tut.

© Foto: Dave Gilbert

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der vorerst letzte Eintrag

Morgen um die Zeit werde ich für die nächsten drei Wochen dort sein, wo es laut Wetterbericht ungefähr doppelt so warm ist wie hier. Ich freu mich unglaublich auf Sonne, meine Großeltern und das Meer. Ich freu mich auf kein Telefon, keine SMS, kein Internet, nur eine italienische Handynummer, die so gut wie niemand kennt - und das ist auch gut so. Eine Woche Mietauto, ein paar hoffentlich sehenswerte Trips, ansonsten einfach nur daliegen. Mit dem Kopf in den Wolken, die letzten warmen Sonnenstrahlen genießend. Durchatmen, vor der letzten großen Etappe, die eigentlich schon viel weiter hätte kommen sollen. Egal. Jetzt bloß kein…

Well, the clock says its time to close now
I guess I’d better go now
I’d really like to stay here all night
The cars crawl past all stuffed with eyes
Street lights share their hollow glow
Your brain seems bruised with numb surprise
Still one place to go
Still one place to go

Let me sleep all night in your soul kitchen
Warm my mind near your gentle stove
Turn me out and I’ll wander baby
Stumblin in the neon groves

Well, your fingers weave quick minarets
Speak in secret alphabets
I light another cigarette
Learn to forget, learn to forget
Learn to forget, learn to forget

Let me sleep all night in your soul kitchen
Warm my mind near your gentle stove
Turn me out and I’ll wander baby
Stumblin in the neon groves

Well the clock says it’s time to close now
I know I have to go now
I really want to stay here
All night, all night, all night

The Doors - Soul Kitchen

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Arbeit, nix als Arbeit!

:music: Arctic Monkeys - Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not

Ja, ich weiß, es war ganz schön ruhig um mich in letzter Zeit, hier auf meiner Seite. Der Grund waren zunächst einmal eine ganze Menge Feiereien und jetzt eine ganze Menge Arbeit, und das nicht mal für die MA. Morgen fangen meine Sommerkurse an und ich muss gestehen, dass der Aufwand verdammt groß ist. Ich bin seit einer Woche praktisch nur am Arbeitsblätter erstellen (die reißerische Titel wie Wie schreibe ich Briefe oder Übungen zu den s-Lauten haben) und Stunden durchplanen (Mathestunde 1), was relativ schwer ist, wenn man nicht einschätzen kann wie viel die Kids noch drauf haben in puncto Bruchrechnen, Groß- und Kleinschreibung oder Prozentrechnen. Macht man zu leichte Aufgaben langweilen sie sich, sind sie zu schwer ist auch niemandem geholfen. Naja, ich hoffe ich habe einen Mittelweg gefunden. Ein bisschen aufgeregt bin ich natürlich auch, was das für Schülerlein werden, die mehr oder minder freiwillig zwei Wochen ihrer Sommerferien opfern. Außerdem wissen sie ja auch noch gar nicht von ihrem Glück, dass sie eine Woche normal vormittags, aber auch eine nachmittags rein müssen, weil ich doppelt so viele Anmeldungen erhalten habe wie geplant (nämlich immerhin 22!) und deshalb zwei Gruppen parallel laufen lasse. Für mich werden das dann gut und gerne auch schnell 10-Stunden-Tage inkl. Nach- und Vorbereitung, aber zumindest stimmt ja die Kohle ;)

Ansonsten freue ich mich, dass meine Questionbox wieder funktioniert! War nur ein kleiner blöder chmod-Fehler, aber ich bin ja mittlerweilen so faul geworden, was das Coden und so angeht, dass ich selbst mit den kleinsten Fehlermeldungen überfordert bin :weird:

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Als ich einmal einen Fakeaccount hatte (Ein Erlebnisaufsatz von Alessandra K.)

Es gab einmal eine Zeit, eher eine kurze Periode, in der ich bei XING angemeldet war. Geworben hatte mich im Januar diesen Jahres der Viktor. Den Account hatte ich dann ein halbes Jahr vor sich hindümpeln lassen, aber in einer Phase großer Langeweile oder was auch immer hab ich also Xing für mich entdeckt. Dort findet man einen Haufen Leute, die alle von sich behaupten ganz große Tiere zu sein. Ihre Profile sind vollgestopft mit Anglizismen was sie tun und können und es gibt Gruppen, in denen gepflegt diskutiert wird, über Bildungs- oder Migrationspolitik, alternativ auch über’s Golfen… ^^

Nun ist Xing aber auch irgendwie scheisse. Wenn man dann nämlich ansatzweise anfängt Kontakte zu knüpfen ist das alles furchtbar umständlich, wenn man keinen tollen Pro-Account für 5,95€ (oder so) im Monat bestellt: Man kann nur eingeschränkt nach Leuten suchen, kann keine Nachrichten versenden uvm. Was also tun? Aless hat gesehen, dass die Xing-Futzis damit werben, dass es für 10 geworbene Mitglieder einen Monat Pro-Account geschenkt bekommt. Aless hat sich gedacht, registrier ich fünf e-Mailadressen auf 3zehn.org (von 1-5, also 1@3zehn.org usw.) und weitere fünf bei Bugmenot um anschließend 10 Fakeaccounts bei Xing anzumelden. Das ging etwa drei Tage gut, dann wurde mein Account gesperrt. Einfach so, ohne Warnung, ohne Begründung, ohne nichts! Ich konnte mich nur nicht mehr einloggen, es hies ich muss freigeschaltet werden. Ich war sehr stinkig, hatte aber wohl eine leise Vorahnung. Trotzdem dachte ich mir, fragst’s mal ganz blöd nach:

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine Frage: seit Tagen kann ich mich nicht mehr in meinen Account “Aless!” einloggen, da er durch Ihre Redaktion freigeschaltet werden muss. Ich bin allerdings schon eine zeitlang bei Xing registriert und kann nun auch schon fast eine Woche nicht auf meine Accont zugreifen, weshalb es mich doch etwas verwundert, dass Sie mich freischalten müssen.

MfG
Alessandra Kenner

Die Antwort kam auch promt und nicht überraschend:

Sehr geehrte Frau Kenner,

vielen Dank für Ihre Nachricht.
Eine Prüfung unserer Logs ergab, dass Sie einen* Fake-Accountauf XING genutzt haben. Dies ist ein Verstoß gegen unsere AGB und Nutzerbedingungen, der zur automatischen Sperrung Ihres Accounts führt. Ggf. können Sie den Vorfall kurz aufklären.

Mit freundlichem Gruß aus Hamburg
C.N. (Name von mir editiert)

* Anm. von Aless: EINEN?? MUHAHAHAHAHAHAHA!!!

Noch zwei Anmerkungen dazu:
1. Während meiner Sperrung habe ich trotzdem massig Newsletter von Xing bekommen und wurde sogar als Moderator für die Gruppe “Alumni der Philosophischen Fakultät Erlangen-Nürnberg” freigeschaltet ;)
2. Ich fand keine Möglichkeit der selbständigen Löschung meines Accounts, damit ich nicht mehr von ihren scheiss Mails zugebombt werde!

Und klar, dass ich dann auch den “Vorfall” aufgeklärt habe:

Ja, es stimmt, dass ich einen Fake-Account genutzt habe. Leider habe ich allerdings nicht die Möglichkeit die Mitgliedschaft bei Xing zu beenden, bekomme aber stets weiter Mails von Ihnen. Wenn Sie sich also dazu entschließen sollten meinen Account weiter zu sperren, bitte ich um eine Löschung!

Mit freundlichen Grüßen
Alessandra Kenner

Ich dachte: Naja, mir Ehrlichkeit kommt man bekanntermaßen am weitesten, aber die von Xing haben halt doch einen Stock im Arsch!

Sehr geehrte Frau Kenner,

vielen Dank für Ihre Stellungnahme.
Wir möchten Sie bitten Ihre Fake-Profile zu löschen. Aus Sicherheitsgründen
und um Ihnen die Kontrolle über die Löschung all Ihrer Daten zu geben, bitten
wir Sie, folgenden Link anzuklicken:

http://www.xing.com/app/user?op=cancel

Hier können Sie einfach und bequem Ihren Account selbst löschen. Beachten Sie,
dass Sie dazu eingeloggt sein müssen.

Danach werden wir gerne Ihr richtiges Profil wieder freischalten.

Ist das nicht schön? Kann ich also doch einfach und bequem meinen “Fake”-Account (der in diesem Fall ja mein echter war!) selbst löschen! Das klingt wie: Erschießen Sie sich bitte selbst! Naja. Ich seh’s ja ein, dass ich sehr böse war. Und langsam ging mir der Laden sowieso auf den Keks. Und das konnte der freundliche Xing-Mitarbeiter ja alles nicht wissen, weshalb ich denke wir sollten auf diesem Weg das KrieXbeil begraben… ♥

Und die Moral von der Geschicht - gibt es nicht! ;)

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Wie Kaugummi.

Die letzten Tage, sprich die ersten der Semesterferien, ziehen sich, was vielleicht daran liegt, dass ich warte. Vergebens, wie es mir scheint.

Das Schlimme ist, dass mir neben dem Warten nichts besonders sinnvolles einfällt ich mich zu nichts sinnvollem aufraffen kann, weil das Sinnvolle, nämlich die Auswertung meiner Interviews erst dann stattfinden kann, wenn sie geführt wurden. Die Durchführung widerum klappt in der Regel unglücklicherweise schlecht, findet das Interview nicht statt, weil ich versetzt werde. Nun, ich glaube mittlerweilen, ich bin prädestiniert dazu bzgl. meiner Magisterarbeit versetzt zu werden; bevorzugt von meinem Prof oder meinen Probandinnen. Nunja, morgen und Montag klappt´s ja vielleicht und dann schau’mer mal.

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… und was macht man dann damit?

Als Geisteswissenschaftler darf man sich ständig diese scheiss Frage anhören, was man denn mit seiner goldenen Fächerkombination (beispielsweise ein Mix aus Soziologie, Geschichte, Philosophie, Kultur- oder Sprachwissenschaft, Pädagogik usw.) anstellen soll. Eigentlich bin ich immer ein großer Optimist diesbezüglich gewesen, gemäß dem Motto: Wem sein Fach gefällt, der ist automatisch gut in seinem Metier und findet natürlich auch einen Job! Gestern Abend hab ich mich auf die Suche gemacht und habe ehrlichgesagt schon ein bisschen geschluckt. Ich habe auf sämtlichen Online-Jobbörsen NICHTS gefunden, was auch nur ansatzweise auf mein Profil oder meine Interessen zugeschnitten gewesen wäre. Halt, stop, eine Ausnahme gab es doch und das ist das Dokdorandenprogramm des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, wo man an einem beliebigen Institut promovieren kann und in Teilzeit beim BAMF arbeitet. Leider sind die weniger auf pädagogische Fragen ausgerichtet und momentan suchen sie wohl auch niemand, also war die Euphorie also wieder etwas eingedämmt, aber wer weiß schon was in einem Jahr ist… Ich bin echt am überlegen, ob ich irgendwo noch ein schwachsinniges Praktikum machen soll, aber ehrlichgesagt hab ich weder große Lust für praktisch Null Entlohnung Kaffee zu kochen, noch hab ich besonders viel Zeit, da meine Magisterarbeit vorangehen muss und die Prüfungen ja auch vorbereitet werden müssen. Im Moment hänge ich also ein bisschen in der Luft: Einerseits denke ich eigentlich schon, dass ich ganz gute Referenzen hab - ich kenne ein paar Leute in der “Migrationsszene” oder wie man das auch immer nennen will, habe in diverse Jobs in dem Bereich hineingeschnuppert und bin auch sonst ganz engagiert, wie ich finde. Anderseits ist nirgends Geld da und niemand scheint nach Leuten wie mir zu suchen. Ach, ich weiß auch nicht. Vielleicht sollte ich mir diese Probleme aber auch erst dann machen, wenn sie wirklich anstehen. Ein gutes Jahr werde ich ja wohl noch eingeschrieben sein, an meiner schönen Uni.

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Mission Migration

Wow, ich werde langsam professionell oder so. Jedenfalls wurde ich doppelt eingeladen, und zwar von der AWO Kulturbrücke und von Anke Kruse, der Integrationsbeauftragten der Stadt Fürth selbst - für beide arbeite ich schließlich, um an der Fachtagung “Die Lebenswelt Fürther Migrantinnen und Migranten heute und im Jahr 2020″ teilzunehmen. Es war auch ziemlich interessant muss ich sagen. Zuerst gab es ein paar Faken und Daten über Fürth, die eigentlich jedem klar werden lassen müssten, dass man im pädagogisch-sozialen Bereich einfach nicht mehr an dem Thema vorbei kommt und was mich angesichte der Problematik, die in dem Feld nach wie vor vorherrscht einfach nur wundern lässt, dass weiter Stellen gestrichen und Gelder gekürzt werden. Aber auch hier denkt die Politik wahrscheinlich einfach zu kurzfristig… (weitere Kommentare diesbezüglich spar ich mir jetzt mal). Danach gab es einen, wie ich finde nicht ganz so gelungenen Vortrag von einem Prof der FS Frankfurt, im Anschluss aber einen wirklich klasse Einblick in die Vermittlung von Interkultureller Kompetenz durch die InkulTra. Das Schöne war, dass es wirklich gar nicht theoretisch war, sondern man wirklich mal sein eigenes Verhalten anhand eines Spielchens prüfen konnte. Das lief so ab: Wir waren ca. 20 Teilnehmer im Workshop, von denen drei Freiwillige vor die Tür sind. Während diese draußen waren wurde mit dem Rest ein Vorstellungs-Ball-Spielchen gespielt, das auch ein spezielles System hatte. Ein bisschen komplizierer - und chaotischer - wurde es dann auch, da mehrere Bälle eingesetzt wurden und wir Plätze wechseln mussten. Das aber nur am Rande, das eigentlich Wichtige war nämlich, dass, als wir ganz vertieft waren, die drei anderen wieder in den Raum geschickt haben. Es war echt krass, weil die Leute 1. ewig nicht beachtet wurden, 2. kaum Anstalten gemacht wurde sie in das Spiel einzubeziehen oder ihnen die Regeln zu erklären und sie 3. mehr oder minder als Störer empfunden wurden. Anderseits kamen sie sich natürlich ausgschlossen und ignoriert vor, hatten keinen Plan, was das alles sollte und waren auch verstört, dass anfangs wirklich niemand so richtig auf sie reagierte, was sich bei einem richtige Ablehnung gegen die Gruppe bemerkbar gemacht wurde und er auch gar keinen Bock mehr auf das Spielchen und die Leute hatte. Vielleicht klingt das Spielchen ein bisschen albern, aber ich finde das hat sehr gut die eigene Haltung gegenüber Neuen dargestellt und die Möglichkeit gegeben das eigene Verhalten zu reflektieren, wenn man meint “in seinem System” gestört zu werden. Insgesamt also wirklich ein interessanter Tag, den ich heute Abend bei der Steffi, die zum Essen lädt, sicher gut ausklingen lassen kann :)

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Ich bin müde…

Und das hat diverse Gründe:
Paolo Nutini - These StreetsZum einen war ich gestern mit Jürgen im München, beim Konzert von Paolo Nutini. Es war verdammt geil, ich kann jedem nur sein Album ans Herz legen, die Musik ist einfach nur der Hammer! Leider kamen wir aber auch ziemlich spät wieder im Frankenland an und heute Morgen, als um 7.30 Uhr der Wecker klingelte hab ich ganz schön geguckt! Um 9 musste ich nämlich schon wieder bei meinen Quali-Crashkursen sein, die ich diese Woche gegeben habe (und die mich auch ziemlich ermüdet haben…).

Zum anderen die Arbeit. Viel Arbeit, viel unterschiedliche, zum Teil richtige Scheiss-Arbeit! Am Lehrstuhl mache ich zum Beispiel derzeit nur stupiden Schwachsinn - Copy & Paste, nichts als Copy & Paste für die Abschlussberichte von vier Jahren Forschung von knapp 50 Schulen. Nicht als Tabellen formatieren, mich über andere ärgern, Bücher kopieren, in die Bib rennen, mich noch mehr ärgern usw. usw. und dann wieder von vorn. Ja, ehrlich, ich bin froh, wenn im August Schluss damit ist!

Die beiden Homepages für tiergestützte Therapie, die ich gerade erstelle und betreue, fressen schon auch so ihre Zeit und ein bisschen unglücklich bin ich auch, weil ich die eine Seite leider vom Design her ähnlich der Institutspage der Pädagogen werden soll. Das ist Anweisung vom “Chef” (= der Prof) und wer dem Link mal gefolgt ist, der weiß Bescheid, warum ich ein bisschen Bauchschmerzen bekomme, wenn ich auf die von mir erstellte Seite gehe. Designtechnisch stehe ich da nicht unbedingt dahinter, aber ich folge nur dem Wunsch der Auftraggeber… ^^

Dann bin ich weiter am Organisieren der Sommerkurse, was ehrlichgesagt größerer Aufwand ist als gedacht: Schulen kontaktieren, sich ein Anmeldesystem überlegen, Anschreiben verfassen, Anmeldebögen kopieren, das Zeug zu den Schulen bringen, abholen etc. Das klingt alles nach nicht viel, aber in der Summe kommt eben doch einiges zusammen.

Nun ja, und ganz nebenbei studiere ich irgendwie ja auch noch, darf mich weiterer zwei Jobs, über die ich mich ja hier nicht mal auslasse, erfreuen, versuche eigentlich was für die Magisterarbeit zu tun, bete, dass ich alle Genehmigungen für meine Fragebogenaktion bekomme und sollte daheim auch mal wieder durchputzen oder Unterlagen sortieren.

Aber genug gejammert! Heute Nachmittag habe ich mir nach vier Stunden Kurs ein Nickerchen gegönnt, habe noch drei Stunden für den Lehrstuhl und an den Homepages gearbeitet und schließlich beschlossen, dass jetzt, um 21 Uhr Feierabend ist.

PS: Ganz am Rande - wie ihr seht hab ich (im Anfall von vor-dem-Lernen-drücken) ein neues Design erstellt. Ich hoffe es gefällt euch :)

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Filmtip

Falls ihr in nächster Zeit vor habt ins Kino zu gehen kann ich euch nur wärmstens den Film Das Leben der Anderen empfehlen! Mal kurz zum Inhalt, ich zitiere die Homepage des Films:

Ost-Berlin, November 1984. Fünf Jahre vor seinem Ende sichert der DDR-Staat seinen Machtanspruch mit einem erbarmungslosen System aus Kontrolle und Überwachung. Als Oberstleutnant Anton Grubitz (Ulrich Tukur) den linientreuen Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) auf den erfolgreichen Dramatiker Georg Dreyman (Sebastian Koch) und seine Lebensgefährtin, den Theaterstar Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck), ansetzt, verspricht er sich davon einen Karriereschub. Immerhin stehen höchste politische Kreise hinter dem „operativen Vorgang“. Womit er nicht gerechnet hat: Das intime Eindringen in die Welt der Observierten verändert auch den Spitzel. Das Eintauchen in DAS LEBEN DER ANDEREN – in Liebe, Literatur, freies Denken und Reden – macht Wiesler die Armseligkeit seines eigenen Daseins bewusst und eröffnet ihm eine nie gekannte Welt, der er sich immer weniger entziehen kann. Doch das System ist nicht mehr zu stoppen – ein gefährliches Spiel beginnt, das die Liebe zwischen Dreyman und Christa-Maria Sieland in den Abgrund reißt und Wieslers bisherige Existenz vernichtet. Bis die Mauer fällt, haben alle einen hohen Preis gezahlt. Danach beginnt eine andere Welt.

Ich finde den Film wirklich klasse, weil er einfach spannend und in gewisser Hinsicht Augen öffnend für die damalige Zeit für mich war. Außerdem ist das Ende, eigentlich der ganze Verauf des Films absolut nicht vorhersehbar - ein für mich immer ganz wichtiges Argument, ich hasse es die ersten 10 Minuten eines Films zu sehen und genau zu wissen, wie das Ganze enden wird, aber das mal nur so am Rande. Insgesamt also ein kluger, trauriger, aber zugleich schöner und wirklich sehenswerter Film, der den Oscar mehr als zurecht verdient hat!

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