Archive for October, 2007

Heute fängt die Schule an!

Naja, nicht wirklich, aber zumindest beginnen meine Qualikurse für das kommende Halbjahr. Heute geht’s mit Mathe los. Wer mal gucken will ob er den Anforderungen der 9. Klasse gewachsen ist kann gerne mal meinen pädagogisch wertvollen Mathe-Grundwissentest machen ;) Ich freue mich wirklich, dass es eine so große Resonanz gibt, da die Kurse ja nicht mehr aus den sozialen Geldtöpfen finanziert werden können (man könnte ja mal zur Abwechslung das Geld dort investieren, wo es sinnvoll wäre und immerzu fehlt, nämlich in die Bildung). Im Klartext bedeutet das aber, dass die Eltern dafür aufkommen “müssen” (was sich natürlich nicht alle so einfach leisten können), wollen sie ihren Kindern eine Unterstützung für die Vorbereitung auf den Abschluss geben.

Der Schule gelingt diese Aufgabe anscheinend nicht besonders gut, es war keine Seltenheit, dass ich kurz vor dem Quali mit Schülern rede, die einzig und allein in den Vorbereitungskursen – egal ob nun in der Kulturbrücke oder in den Ferienkursen über die Stadt – mal eine Qualiaufgabe geübt haben. Ich hatte Schüler, die mir erzählt haben, dass sie in den gerade mal fünf Wochen Intensivkurs in den Schulferien mehr gelernt und aufgeholt hätten als in der regulären Schule. Dass da irgendwas falsch läuft liegt auf der Hand. Und wenn ich dann diese gelangweilten Lehramtsstudenten in den Seminaren sehe, die sich über den einen Sitzsschein Pädagogik beschweren, die Lehrer werden wollen, weil sie in Englisch oder Deutsch oder was weiß ich so gut in der Schule waren aber eben mit einem Magister in Anglistik nichts anzufangen wissen, die ernsthaft behaupten, dass die ganze Pädagogik und Psychologie ihnen am Arsch vorbei geht, dann kriegt ich einfach nur das kotzen. Ich will nicht verallgemeinern, aber bis jetzt war die Mehrheit der Lehrämtler, die ich bis jetzt getroffen habe von diesem Typus, der “jetzt schon Horror vor den Kindern hat” (nein, das ist nicht erfunden und das Mädel war damals im 1. Semester!) und sich scheinbar nur auf die sechs Wochen Sommerferien freut. Ich finde das echt traurig, weil das genau die Lehrer werden, wie ich so viele davon hatte. Die keinen Bock auf gar nichts mehr hatten und nur noch ihren Scheiß das 1000ste Mal vorgekaut haben. Ich kann doch kein Lehrer werden wollen, weil ich Mathe so toll finde! Ist doch klar, dass mich das frustrieren wird, weil ich mich im Studium durch die abstrakteste Mathematik gewurschtelt hab und dann das höchste der Gefühle sein wird großteils gelangweilten 17jährigen ein bisschen Würfel-und-Urnen-Stochastik beizubringen. Ist klar, dass viele überfordert sein werden, weil sie keinen Plan von Didaktik haben und total überfordert sind, wenn mal ein Kind ankommt, das Bulimie hat, sich ritzt oder einfach nur aus dem Ausland kommt und sein Kopftuch aufbehalten möchte. Darauf wird kaum ein (Gymnasial-)Lehrer anständig vorbereitet und dass der Frust dann – vor allem noch bei so einer Einstellung zu Jugendlichen und zum Unterrichten – vorprogrammiert ist, wundert mich kaum. Letztendlich sind die Leidtragenden aber die Schüler und wenn ich mir in den Qualikursen, um wieder zum Thema zu kommen, anschaue wie viele Leute mit so viel Potential auf der Hauptschule vor sich hin gammeln und nicht gefördert werden und auf der anderen Seite Schüler nicht mal anständig lesen und schreiben können, dann hoffe ich wirklich, dass sich auf bildungspolitischer Ebene endlich mal was tut.

© Foto: Dave Gilbert

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Aless, wo soll das enden?

Hab ich mich gestern gefragt, nachdem ich meine Magisterarbeit mal wieder in Word geöffnet habe. So nach einem Monat. Es klingt alles wie große Scheisse und Bock hab ich erst recht keinen. Wo ist die Euphorie hin und das Gefühl etwas sinnvolles zu produzieren?

Wie gut, dass ich noch nicht angemeldet bin!

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Home Sweet Home

Wieder im Lande, und es fühlt sich alles ein bisschen seltsam an. Aber auch gut. Ich muss gestehen nach drei Wochen fehlt mir der deutsche Stock im Arsch, das Geregelte und Geordnete, was aber vielleicht auch an den kleinen großen Problemchen, die wir im Urlaub hatten, lag. Ich fasse aus Gründen des ewigen Wiederkäuens mal in aller Kürze zusammen, dass wir drei verschiedene Mietwagen hatten, da sie entweder kaputt waren bzw. sie von rasanten Sarden kaputt gefahren wurden, die uns dann nur ihre Handynummer geben (ja, ich war auch doof…) und ihr Handy dann ausschalten. Es folgen Nachmittage bei den Bullen, die über das Kennzeichen die Adresse des Typs ausfindig machen, ein Besuch bei den Eltern des rasanten jungen Mann und schließlich und letztendlich doch die gewünschten Unterschrift. Dazu dann Stress mit der Autovermietung, meine Nerven im Keller, viel viel Zeit, die einem keiner ersetzt, die für den Arsch war, aber gut, wir hatten dann ja noch zwei Wochen ohne Karre und zum erholen, was wir dann ja auch bestmöglich getan haben ;)

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