Mission Migration

Wow, ich werde langsam professionell oder so. Jedenfalls wurde ich doppelt eingeladen, und zwar von der AWO Kulturbrücke und von Anke Kruse, der Integrationsbeauftragten der Stadt Fürth selbst - für beide arbeite ich schließlich, um an der Fachtagung “Die Lebenswelt Fürther Migrantinnen und Migranten heute und im Jahr 2020″ teilzunehmen. Es war auch ziemlich interessant muss ich sagen. Zuerst gab es ein paar Faken und Daten über Fürth, die eigentlich jedem klar werden lassen müssten, dass man im pädagogisch-sozialen Bereich einfach nicht mehr an dem Thema vorbei kommt und was mich angesichte der Problematik, die in dem Feld nach wie vor vorherrscht einfach nur wundern lässt, dass weiter Stellen gestrichen und Gelder gekürzt werden. Aber auch hier denkt die Politik wahrscheinlich einfach zu kurzfristig… (weitere Kommentare diesbezüglich spar ich mir jetzt mal). Danach gab es einen, wie ich finde nicht ganz so gelungenen Vortrag von einem Prof der FS Frankfurt, im Anschluss aber einen wirklich klasse Einblick in die Vermittlung von Interkultureller Kompetenz durch die InkulTra. Das Schöne war, dass es wirklich gar nicht theoretisch war, sondern man wirklich mal sein eigenes Verhalten anhand eines Spielchens prüfen konnte. Das lief so ab: Wir waren ca. 20 Teilnehmer im Workshop, von denen drei Freiwillige vor die Tür sind. Während diese draußen waren wurde mit dem Rest ein Vorstellungs-Ball-Spielchen gespielt, das auch ein spezielles System hatte. Ein bisschen komplizierer - und chaotischer - wurde es dann auch, da mehrere Bälle eingesetzt wurden und wir Plätze wechseln mussten. Das aber nur am Rande, das eigentlich Wichtige war nämlich, dass, als wir ganz vertieft waren, die drei anderen wieder in den Raum geschickt haben. Es war echt krass, weil die Leute 1. ewig nicht beachtet wurden, 2. kaum Anstalten gemacht wurde sie in das Spiel einzubeziehen oder ihnen die Regeln zu erklären und sie 3. mehr oder minder als Störer empfunden wurden. Anderseits kamen sie sich natürlich ausgschlossen und ignoriert vor, hatten keinen Plan, was das alles sollte und waren auch verstört, dass anfangs wirklich niemand so richtig auf sie reagierte, was sich bei einem richtige Ablehnung gegen die Gruppe bemerkbar gemacht wurde und er auch gar keinen Bock mehr auf das Spielchen und die Leute hatte. Vielleicht klingt das Spielchen ein bisschen albern, aber ich finde das hat sehr gut die eigene Haltung gegenüber Neuen dargestellt und die Möglichkeit gegeben das eigene Verhalten zu reflektieren, wenn man meint “in seinem System” gestört zu werden. Insgesamt also wirklich ein interessanter Tag, den ich heute Abend bei der Steffi, die zum Essen lädt, sicher gut ausklingen lassen kann :)

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