Aless

Die lange Version


Nach hin- und herüberlegen und vielen verschiedenen Versionen meiner Homepage, lande ich nun doch wieder beim “klassischen Vorstellungstext”, anstatt einer puren Aneinanderreihung trockener Fakten.

Und trotzdem sitze ich jetzt hier, bin am überlegen und Text-löschen, weil es eben gar nicht so einfach ist, sich selbst zu charakterisieren. Aless, so nennen mich meine Freunde. Eigentlich heiße ich Alessandra, Maria Alessandra, wer’s ganz genau mag. Alessandra in Deutschland zu heißen, kann sehr nervig sein, wenn man Aless genannt wird, macht das die Sache nicht besser. Ich werde Alexandra oder Alex genannt, manchmal Allesandra, und ganz oft Alles geschrieben. Da meine Mama, selbst aus Sardinien, auf einen italienischen Namen bestand, hat sich eben Alessandra durchgesetzt. Die Maria hab ich von meinen beiden Omas und meiner Patin abgesahnt, die alle drei auch so heißen. Konfus sind viele Leute auch,weil mein Rufname nicht mein erster Name ist. Aber da Maria Alessandra besser als Alessandra Maria klingt, haben sich meine Eltern für diese Kombination entschieden. Wow, wer hätte gedacht, dass sich so viel allein über meinen Namen erzählen lässt?!

Geboren bin ich im April 1984 an einem Freitag, den 13. Da ich nicht behaupten kann, dass mir besonders viel Pech oder Unglück wiederfahren ist, habe ich die 13 zu meiner Lieblingszahl auserkoren und ich freu mich immer, wenn gerade mal Freitag der 13. ist. Ich bin in Nürnberg geboren und aufgewachen - ich liebe diese Stadt, die Burg, die Altstadt oder den Schönen Brunnen, wo ich als Kind immer ganz oft am Ring gedreht habe. Mein Wunsch, der sich angeblich durch das Ringdrehen erfüllen hätte sollen, (ich wollte als Kind immer mal ins Disneyland) hat sich übrigens nie erfüllt. Mal von dieser mit der Weile recht frustrierend werdenden Prozedur (ich habe in meinem Leben sicher 27348739 Mal an diesem Teil gedreht) hatte ich aber eine wirklich schöne Kindheit ;)

Mittlerweile verweile ich allerdings nicht mehr im schönen Nürnberg; wirklich weit weg hat es mich aber nun auch nicht verschlagen, denn ich wohne in Fürth, in meiner kleinen feinen Wohnung. Ich liebe die Fürther Südstadt, ein bisschen Multikulti im Herzen der Stadt, zwischen zwei Parks im Grünen und doch zentral. Es sind die Kleinigkeiten, vielleicht auch einfach das Vertraute, weil ich nie wirklich aus meinem Nest gekommen bin, das mir hier gefällt und das mich oft auf eine wunderbar-zufriedene Art nach Hause in die Amalienstraße mit den vielen vielen Denkmalgeschützten Jugendstilaltbauten kommen lässt. Wenn die Kirchturmuhr wie golden scheint, weil sie abends so wunderbar von der Sonne angestrahlt wird und die Türkenjungs ihre Bälle durch die Straßen kicken, während ihnen die Mädels kichernd zugucken und die Mamas ihre Kinderwagen auf und ab schieben, wenn man nachts wunderbare Einblicke in die beleuchteten Altbauten mit ihren Stuckdecken bekommt und die Glocken von St. Paul läuten, ja, dann fühle ich mich daheim.

Seit dem Jahr 2003 studiere ich an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg Pädagogik, Soziologie und Romanistik. Sie ersten beiden Semester waren Horror, das ganze Unisystem schien mir furchtbar unschlüssig, ich kannte kaum Leute und irgendwie war mir alles viel zu abgehoben. Ich weiß nicht, ob es letztendlich dieser Frust, Langweile oder vielleicht ein bisschen was von beidem war, was mich auf die Idee brachte ein Forum für die Philosophische Fakultät einzurichten. Das war Ende 2004 und nicht ohne stolz kann ich behaupten, dass sich meine kleine Idee mit dem Forum gut etabliert hat. Bald haben wir unseren 2000. User! Nicht zuletzt aufgrund des Forums hat sich eine ganze Menge in Bezug auf die Uni geändert, da ich viele viele Leute kennen gelernt habe, mit dem System vertrauter wurde und mich nun letztendlich wirklich mit der Uni identifizieren kann, so dass ich auch wirklich Lust habe mich einzubringen und zu engagieren. Mit meinen Studieninhalten kann ich ich mittlerweilen auch sehr viel besser arrangieren und ich denke, dass ich meinen Schwerpunkt, der mich auch in Bezug auf meine künftige Arbeit interessiert auch gefunden habe: Die interkulturelle Pädagogik. Letztendlich ist das Interesse dafür auch über diverse Jobs im Bildungssektor wie in der Kulturbrücke - einem Migrationszentrum für Mädchen und Frauen, dem italienischen Konsulat oder über die Stadt Fürth, wo ich auch hauptsächlich mit Migranten arbeite, über die Jahre gewachsen. Auch in meiner Magisterarbeit, die ich im Wintersemester 2007/08 über den Bildungserfolg türkischer Migranten an Nürnberger Gymnasien schreibe, werde ich mich weiter mit dem Thema beschäftigen.

Zum Schluss noch ein kleiner Ausschnitt aus meiner Freizeit, in der ich strenggenommen eigentlich nichts besonders spannendes treibe: Ich sitze viel und exzessiv an meinem PC, arbeite gerne in Photoshop oder an diversen Homepages. Im gegensatz dazu schau ich fast nie fern, gehe selten ins Kino, habe auch keine Ahnung von Filmen. Da ziehe ich es eher vor mal ins Improtheater - ohne großen Anspruch, aber in der Regel mit vielen Lachern - zu gehen, lese stets die ZEIT, die ich auch gerne in allen Lebenslagen zitiere, höre Musik von Paolo Nutini, den Doors, Morcheeba bis Blue Note, mit keinem festen Stil und frei dem Motto Hauptsache Es Rockt, aber zu 99% nie Hip Hop, R’n B, Rap und wie das ganz Zeug so heisst, das Neumodische. Ab und an lese ich auch, immer weniger als ich mir vornehme, aber am liebsten die Bücher von Judith Hermann. Es gibt kein Buch, das mich je wieder so berührt hat wie Sommerhaus, später. Ich liebe es an Sommernachmittagen mit Freunden im Park zu sitzen und zu quatschen, bei Erdbeereis. Im Winter das selbe in Grün mit wahlweise Tee oder Kaffee, obwohl Kaffee eigentlich immer geht, unabhängig vom Wetter, solange es ein Espresso und kein seltsam wässriger Viertelliter Filterkaffee ist.

Was meine Zukunft betrifft steht noch alles offen, auch wenn ich bald mein Studium beende. ich wünsche mir, wie gesagt, im Bereich der interkulturellen Pädagogik zu arbeiten, obwohl ich nicht mal umbedingt einen (rein) praktischen Job anstrebe, sondern mir gut eine Arbeit in der Forschung oder Koordinierung von Projekten etc. vorstellen könnte. Es sollte eben eine gute Mischung sein, wie ich es ja auch eine bin ;)

War das schon Aless?

Ja und nein. Diese Homepage, mit all ihren Inhalten, gibt einen kleinen Ausschnitt von mir, meinen Gedanken und Erlebnissen wieder. Aber es ist und bleibt eben ein Ausschnitt. Insofern kann man hier natürlich eine Mange über mich und mein Leben erfahren, wird aber trotz allem schnell an seine und auch meine Grenzen kommen.

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